Die Archäologische Bibliographie (vormals Realkatalog des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom) 1956-2011
Das Deutsche Archäologische Institut Rom beherbergt die umfangreichste Bibliothek zu den Altertumswissenschaften.
Sie wurde im Jahr 1829 gegründet. Ihr Bestand umfasst folgende Fächer:
Klassische Archäologie
Ägyptische Archäologie
Vorderasiatische Archäologie
Byzantinische Kunstgeschichte
Epigraphik
Numismatik
Alte Geschichte
Antike Sozial- und Rechtsgeschichte
Bereits in den ersten Jahren des Bestehens dieser Bibliothek bemühten sich verschiedene Wissenschaftler um die Erstellung eines Realkataloges. Seit 1958 existiert eine eigene Abteilung, deren ausgereiftes Schlagwortsystem die Klassifizierung auf einen verbindlichen Standard gebracht hat. Seitdem werden ausnahmslos auch Zeitschriften-, und sonstige Sammelwerkartikel erfaßt und damit ein Bereich der Veröffentlichung, der inzwischen die Wissenschaft bestimmt. Das System der ca. 32.000 Schlag- und Stichworte ist als "Baum" in mehreren Ebenen strukturiert. Wegen der Güte und Vollständigkeit des Kataloges wird die Kartei in Rom alljährlich von vielen Wissenschaftlern befragt, die dazu häufig auch eine weite Anreise nicht scheuen.
Ein Teil einer jeden Jahresarbeit erscheint seit 1958 in Form der Archäologischen Bibliographie. In jedem der bisher über 30 Bände ist jedoch nur ein kleiner Teil des gesamten Bestandes aufzufinden. Die Suche ist auf Autor und Schlagwort beschränkt. Soll sich die Abfrage auf mehrere Jahre erstrecken, ist sie äußerst zeitaufwendig. Der Druck der Archäologischen Bibliographie wurde zudem 1996 eingestellt.
Im Jahre 1985 wurde eine Mikrofiche Version des Schlagwortkataloges erarbeitet. Mit einem Male war der gesamte Bestand des Schlagwortkatalogs an vielen Forschungsstätten einsehbar. Seine Handhabung jedoch ist kompliziert, auch ist die Beanspruchung der Augen groß, darüberhinaus sind laufende Ergänzungen technisch undenkbar. Der Mikrofiche ist vergriffen, weder Supplemente noch eine Neuauflage folgten.
Der sinnvolle Weg, die römische Kartei an beliebigen Orten sinnvoll zugängig zu machen, ist die elektronische Datenbank. Die elektronische Version bietet aber nicht nur die Vorzüge des Originals. Sie geht weit darüber hinaus ...
Ende 1989 hat sich eine Initiative aus Fachwissenschaftlern zusammengeschlossen, um diese allgemein zugängliche Datenbank zu realisieren. In enger Zusammenarbeit mit der Abteilung des Realkataloges in Rom wurde ein elektronisches Eingabesystem entwickelt. Bereits zu Beginn des Jahres 1990 konnten die laufenden Eingaben von Handbetrieb auf Computer umgestellt und mit der rückwirkenden Erfassung der Daten begonnen werden. Die Eingabe des "Altbestandes" konnte 1994 abgeschlossen werden.
Durch die Veröffentlichung des Realkataloges als CD-ROM wird jedem Forscher und Institut an jedem Punkt der Erde der sekundenschnelle Zugang zum Gesamtbestand des römischen Realkataloges ermöglicht.
Der Realkatalog unter Dyabola gehört heute zu den international erfolgreichsten Publikationen der Archäologie. Über 14 Jahre ist die Literaturrecherche im Realkatalog zu einem festen Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung und Lehre gworden. Die Online-Version wird an allen für die Klassische Archäologie wichtigen Universitäten weltweit genutzt.
Nicht nur die monographischen Neuerscheinungen werden klassifiziert, sondern vor allem die sogenannte unselbständige Literatur, also alle Zeitschriftenartikel und Sammelbandbeiträge. Von den bisher ca. 560.000 Literaturverweisen zu ca. 100.000 Autorennamen entfallen nur ca. 70.300 auf Monographien, der weitaus größte Bestandteil dagegen auf die unselbständige Literatur.